Einen ersten Vorgeschmack auf welches Interesse ein kostenloser Programmier-Club für Kinder und Jugendliche in Steyr stoßen wird, bekamen wir schon bei der Erstpräsentation des Konzepts. Neben künftigen Mentorinnen und Mentoren kamen auch schon die ersten neugierigen Eltern mit ihren interessierten Kindern und Jugendlichen.
Rainer Stropek und Karin Huber, die seit drei Jahren CoderDojo Linz ehrenamtlich betreiben, gaben mit einer kurzen Präsentation Einblicke in ihre Arbeit. Die beiden selbständigen Softwareentwickler haben die Idee eines CoderDojos in den Benelux-Ländern kennengelernt. Begeistert von der positiven Energie, die zwischen Mentoren und Lernenden spürbar war, haben sich die beiden entschlossen, das Konzept auch für Linz umzusetzen. Heute tauchen im Wissensturm Linz jede zweite Woche zwischen 40 und 60 Kinder wie Jugendliche im Alter von 7 bis 17 Jahren auf, um gemeinsam mit den Mentorinnen und Mentoren zu programmieren.
Mentorinnen und Mentoren gesucht
In Steyr arbeiten wir nun intensiv daran, um nach Linz, Wien und Horn das vierte CoderDojo in Österreich aufzubauen. „Es ist großartig, dass bereits dem ersten Aufruf über 15 interessierte Mentorinnen und Mentoren gefolgt sind“, freut sich die Initiatorin Maria Pernegger. „Bis zum Start werden wir den Kreis sicher noch erweitern“, ist Pernegger überzeugt. Mentorin oder Mentor können schon Personen sein, die Basiswissen über das Programmieren mitbringen. Rainer Stropek betonte während der Präsentation, dass es für Kinder, die gerade am Anfang stehen, auch Mentoren braucht, welche die Aufgabenstellungen vorlesen können. „Aber natürlich braucht es auch Profis, die verschiedene Programmiersprachen abdecken, da die Kinder und Jugendlichen auch mit unterschiedlichen Interessen und Vorwissen auftauchen.“ Auf die Frage, ob man als Mentorin oder Mentor auch die eigenen Kinder mitnehmen darf, antwortete Stropek mit einem lauten „Ja, unbedingt!“.
Ehrenamtlich und kostenlos
Wenn sich ein neuer Standort „CoderDojo“ nennen möchte, setzt er auch die Charta der internationalen Gemeinschaft um. Diese besagt, dass die Arbeit Mentorinnen und Mentoren auf ehrenamtlicher Basis passieren muss und dass die Angebote für Kinder und Jugendliche immer kostenlos sind. Maria Pernegger, die gemeinsam mit Walter Ortner (Verein FAZAT) Gespräche mit Firmen führt, möchte hier noch weiter gehen: „Damit wir die Zugangshürden für Kinder möglichst gering halten, sind wir aktuell dabei, mit der Unterstützung von Sponsoren Laptops und ergänzende Hardware anzuschaffen, sodass auch Kinder, die kein entsprechendes Gerät besitzen, mitmachen können.“ Stropek betonte auch noch, dass die Mentorinnen und Mentoren sich für nichts verpflichten und keine Aufsichtspflicht haben.
Partnerschaften mit Firmen und Schulen
Noch sind die beiden aber nicht am Ziel: „Wir suchen immer noch nach Partnern, die uns mit Geld- oder Sachsponsoring, aber auch mit Know-How unterstützen. Das können beispielsweise auch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sein, die das Unternehmen als Mentoren entsendet“, so Ortner. Wir begleiten das Projekt und kümmern uns um den Kontakt zu Schulen.
Erster CoderDojo-Stammtisch Mentor/innen
Wir planen mit dem CoderDojo Steyr noch im Herbst durchzustarten. Wer sich für das Projekt interessiert und sich vorstellen kann, als Mentorin oder Mentor künftig mitzuwirken, kann am Di., dem 25. September zum ersten CoderDojo-Stammtisch um 19 Uhr in den Makerspace des Vereins Steyr-Werke (Gaswerkgasse 1) kommen.
Erstes Schnupper-CoderDojo
Eltern, Kinder und Jugendliche können im Vorfeld der Veranstaltung „Digitale Transformation: Bildung“ am Donnerstag, dem 4. Oktober, ab 15 Uhr an der Infoveranstaltung für die Herbstaktivitäten teilnehmen und das erste Schnupper-CoderDojo ausprobieren.