Am ‚Tag der Arbeitslosen‘, dem 30. April, lädt das Museum Arbeitswelt gemeinsam mit dem Treffpunkt Mensch & Arbeit und dem ÖGB Steyr/Bildung um 19 Uhr zu einem Podiumsgespräch mit hochkarätigen Expertinnen und Experten ein. Es diskutieren die Roboterpsychologin Martina Mara, die Autorin und Gewerkschafterin Veronika Bohrn-Mena und der Zukunftsforscher Reinhold Popp über Chancen und Gefahren des digitalen Wandels. Moderiert wird der Abend von Wiltrud Hackl. Eintritt frei!

 

Digitalisierte Arbeitswelt

Die Digitalisierung wird keine Welt schaffen, in der es Menschen nicht mehr braucht. Aber wird es ausreichend Arbeit geben? Und wird diese gut bezahlt sein? Schon heute schreibt Software Zeitungsartikel, ganze Fabrikhallen sind automatisiert, Roboter können Häuser und Brücken bauen, 3D-Drucker stellen Brillenbügel oder Hüftgelenke her. Manche Technologien werden ganze Berufsfelder eliminieren und die betroffenen Arbeitnehmer/innen müssen neue Fähigkeiten erlernen, um sich wieder für den Arbeitsmarkt zu qualifizieren. Ein Arbeitsmarkt, in dem in vielen Branchen mit Robotern zusammengearbeitet werden wird und der schon heute vielen Menschen nur mehr Platz in atypischen Beschäftigungsformen bietet.   

Roboter – Kollege oder Jobfresser?

Prognosen der Zukunftsforscher sagen auch voraus, dass immer anspruchsvollere Arbeiten von digitalen Systemen ersetzt werden. Aktuell wird in Steyr und andernorts auch zur Mensch-Roboter-Kollaboration geforscht, um in den immer flexibler werdenden Montagehallen die Produktivität zu steigern. Ingenieure und Forscher/innen müssen sich dabei immer neue Fragen stellen: Wie verhindert man schmerzhafte und gefährliche Kollisionen? Wie nahe dürfen Roboter Menschen kommen, ohne dass sie vor ihnen Angst haben? Wie müssen Roboter aussehen, damit ihnen die menschlichen Kolleginnen und Kollegen vertrauen?

Welt ohne Arbeit

Aktuell dreht sich das Leben der allermeisten Menschen um die Arbeit. Sie ist nicht nur für den einzelnen Menschen zentral, sondern für das gesamte Sozialsystem. Was passiert also, wenn der technologische Fortschritt so weit gedeiht, dass das meiste ohne menschliches Zutun erledigt werden kann? Oder wenn drei Stunden Arbeit pro Tag ausreichen würden? Was machen Menschen mit der restlichen Zeit des Tages – werden sie diese zur Selbstentfaltung nutzen oder versinken sie in Gleichgültigkeit und starren nur mehr aufs Handy?
Um diese und weitere brennende Fragen wird sich die Gesprächsrunde im Rahmen der Reihe “Digitale Transformation”, in welcher Themen der aktuellen Ausstellung ARBEIT IST UNSICHTBAR beleuchtet werden, drehen.

Hochkarätiges Podium

Zu den Gästen: Veronika Bohrn-Mena arbeitet bei der Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier (GPA-djp) und ist dort in der Interessensvertretung für atpyisch Beschäftigte tätig. Ende 2018 hat sie das Buch „Die neue ArbeiterInnenklasse” veröffentlicht. Martina Mara ist Professorin für Roboterpsychologie am Linz Institute of Technology der Johannes Kepler Universität Linz und schreibt für die OÖN in einer wöchentlichen Kolumne über die „Schöne neue Welt” und die sozialen Auswirkungen neuer Technologien und digitalen Medien. Professor Reinhold Popp leitet das „Institute for Futures Research in Human Sciences“ an der Sigmund Freud-Privatuniversität Wien und lehrt an der Freien Universität Berlin (Institut Futur). Zu seinen Schwerpunktthemen gehört die Forschung zur Zukunft der Arbeitswelt.

Interviews von Studierenden

Im Zuge der Veranstaltung werden auch Interviewausschnitte, die im Rahmen eines Projekts mit Studierenden des Masterstudium Politische Bildung/JKU Linz und dem Museum Arbeitswelt entstanden sind, eingespielt. Die Studierenden haben an mehreren Nachmittagen Steyrer/innen interviewt, die aus ihrer beruflichen Erfahrung über die Veränderungen durch die Digitalisierung berichten.
Moderiert wird der Abend von Wiltrud Hackl, Geschäftsführerin der Gesellschaft für Kulturpolitik Oberösterreich.
  
Für Interessierte findet zur Einstimmung um 17 Uhr eine kostenlose Führung durch die Ausstellung ARBEIT IST UNSICHTBAR statt. Um Anmeldung wird gebeten!
 
In Zusammenarbeit mit:
Treffpunkt Mensch & Arbeit
ÖGB Steyr/Bildung
JKU Linz / Master Politische Bildung
 
Die Reihe „Digitale Transformation“ wird von der Österreichischen Gesellschaft für Politische Bildung unterstützt.
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Kultur- und Bildungsveranstaltungen im Museum Arbeitswelt werden unterstützt von: GRS | Gstöttner Ratzinger Stellnberger Wirtschaftsprüfung Steuerberatung GmbH, Atteneder Grafik Design, Raiffeisenbank Steyr, Wiener Städtische

 

 

 

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