Vor 80 Jah­ren insze­nier­ten die Natio­nal­so­zia­lis­ten ein Pogrom gegen die jüdi­sche Bevöl­ke­rung. Geschäfte wur­den geplün­dert, Syn­ago­gen zer­stört, jüdi­sche Bür­ge­rin­nen und Bür­ger miss­han­delt und ver­haf­tet. 18 Stey­rer Juden wur­den in der Berg­gasse ein­ge­sperrt, dar­un­ter auch drei Kin­der. Die Israe­li­ti­sche Kul­tus­ge­meinde Steyr wurde schon ein Monat davor aufgelöst. 
In Erin­ne­rung an die Ver­bre­chen der National­sozialisten fin­det all­jähr­lich eine Gedenk­feier am Jüdi­schen Fried­hof Steyr statt. Die männ­li­chen Teil­neh­mer wer­den gebe­ten, nach jüdi­schem Brauch am Fried­hof eine Kopf­be­de­ckung zu tragen.
Im Anschluss an die Gedenk­feier fin­det im Museum Arbeits­welt unter dem Title „El male Rach­a­mim“ ein Kon­zert mit Lesung statt. „El male Rach­a­mim“ – Gott vol­ler Erbar­men, das sind die Anfangs­worte eines jüdi­schen Gebe­tes, wel­ches nach alter jüdi­scher Tra­di­tion bei Bestat­tun­gen und Todes­ta­gen, aber auch zum Geden­ken an die Opfer des Holo­caust vor­ge­tra­gen wird. Im Geden­ken an das Novem­ber­po­grom vor 80 Jah­ren erin­nert das Kam­mer­or­ches­ter Hai­ders­ho­fen unter der musi­ka­li­schen Lei­tung von Pro­fes­sor Ernst Kron­stei­ner an das Leben und das Schick­sal der jüdi­schen Kul­tus­ge­meinde in Steyr. Bern­hard Schmalzl wird dazu aus­ge­wählte Texte lesen, die über die Ereig­nisse im Novem­ber 1938 berichten.
Auf dem Pro­gramm ste­hen Werke von Samuel Adler, Ney Rosauro, Ben­ja­min Brit­ten und Ferenc Javori. Der Musi­ker Karol Heim­ber­ger aus Hai­ders­ho­fen über­ar­bei­tete für die­sen Jah­res­tag eine eigene Kom­po­si­tion. Solist auf der Marimba ist der junge Enn­ser Michael Spiekermann.

Ablauf:

17:00 Uhr Jüdi­scher Fried­hof Steyr
Begrü­ßung Mag. Karl Rams­maier | Maut­hau­sen Komi­tee Steyr
Gedenk­rede Dr.in Chris­tine Hai­den | Journalistin
KRANZNIEDERLEGUNG UND GEDENKMINUTE
Musik Die Chor­rei­chen 17 | Lei­tung Luzia Faderl
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19:00 Uhr Museum Arbeits­welt Steyr
Musik Kam­mer­or­ches­ter Hai­ders­ho­fen | Lei­tung Prof. Ernst Kronsteiner
Lesung Bern­hard Schmalzl