Anläss­lich des 100. Geburts­tags der Repu­blik Öster­reich wird der renom­mierte öster­rei­chi­sche Poli­tik­wis­sen­schaft­ler Anton Pel­inka im Rah­men der DEMOS-Abend­vor­le­sung im Museum Arbeits­welt spre­chen. Den Blick in die öster­rei­chi­sche Geschichte wer­fend, wird er die Jahre zwi­schen 1918 und 1938 kri­tisch ana­ly­sie­ren. Die Ver­an­stal­tung beginnt am 20. Novem­ber um 19 Uhr im Museum Arbeitswelt. 
Das Gedenk- und Erin­ne­rungs­jahr 100 Jahre Repu­blik Öster­reich macht dar­auf auf­merk­sam, dass Demo­kra­tie nicht selbst­ver­ständ­lich ist. Sie wurde erkämpft, muss bis heute gelebt, bewahrt und nöti­gen­falls auch ver­tei­digt wer­den. Aus­gangs­punkt für Anton Pel­in­kas Vor­trag wird das Jahr 1918 mit der Grün­dung der Ers­ten Repu­blik sein, die er in sei­nem neu­es­ten Buch „Die geschei­terte Repu­blik“ als unge­liebte Not­lö­sung bezeichnete.
Denn gerade erst war der Erste Welt­krieg zu Ende gegan­gen, das Habs­bur­ger­reich Öster­reich-Ungarn zusam­men­ge­bro­chen und damit war das Gebiet Öster­reichs auf einen Bruch­teil sei­ner eins­ti­gen Größe geschrumpft. Zurück blieb eine Bevöl­ke­rung, trau­ma­ti­siert vom grau­sa­men Kriegs­ge­sche­hen und ohne kai­ser­li­ches Reich, wel­ches über Jahr­hun­derte Iden­ti­fi­ka­ti­ons- und Inte­gra­ti­ons­ob­jekt gewe­sen war.
Der Weg in die poli­ti­sche Krise
Auf dem Fun­da­ment der mili­tä­ri­schen Nie­der­lage und den Inter­es­sen der Sie­ger­mächte wurde am 12. Novem­ber die Repu­blik aus­ge­ru­fen. Was in den Jah­ren danach folgte, beschreibt Pel­inka als das Feh­len des gemein­sa­men Ver­ständ­nis­ses dar­über, was die­ses neue poli­ti­sche Gebilde „Öster­reich“ eigent­lich sein sollte. Im Rah­men sei­nes Vor­trags wird er den Weg bis zu den Jah­ren 1934, dem Ende der demo­kra­ti­schen Repu­blik, und zum „Anschluss“ an Hit­lers „Deut­sches Reich“ 1938 nach­zeich­nen und fol­gende Fra­gen auf­wer­fen:              Woran ist diese Erste Repu­blik geschei­tert? Was lässt sich aus den ers­ten Geh­ver­su­chen des demo­kra­ti­schen Öster­reichs ler­nen? Und warum war gerade die Zweite Repu­blik über Jahr­zehnte so erfolg­reich? Im Anschluss an den Vor­trag wird mit dem Publi­kum über Leh­ren aus der Geschichte und Anknüp­fungs­punkte für die Gegen­wart diskutiert.
Zur Per­son
Anton Pel­inka ist einer der Doy­ens der öster­rei­chi­schen Poli­to­lo­gie. Er lehrte von 2006 bis 2018 Poli­tik­wis­sen­schaft und Natio­na­lis­mus­stu­dien an der Cen­tral Euro­pean Uni­ver­sity in Buda­pest. Von 1975 bis 2006 war Pel­inka Uni­ver­si­täts­pro­fes­sor an der Uni­ver­si­tät Inns­bruck. Seine For­schungs­schwer­punkte lie­gen auf den Gebie­ten Demo­kra­tie­theo­rie, Poli­ti­sches Sys­tem und Poli­ti­sche Kul­tur in Öster­reich. Er gilt zudem als Experte zum Thema Rechts­ex­tre­mis­mus. 2017 erschien im Böhlau-Ver­lag „Die geschei­terte Repu­blik. Kul­tur und Poli­tik in Öster­reich 1918–1938.“
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Beginn: 19 Uhr
Ein­tritt:  VVK € 8 / AK € 10
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Vor­ver­kauf fin­det bis zum Ver­anst­la­tungs­tag um 15 Uhr wäh­rend den Öff­nungs­zei­ten des Muse­ums statt.
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