POLITIKWERKSTATT DEMOS FEIERTE 10-JÄHRIGEN GEBURTSTAG

INGRID BRODNIG DISKUTIERTE MIT 250 SCHÜLERN ÜBER FAKE NEWS & CO.

Bild von Ingrid Brodnig bei ihrem Vortrag im Museum Arbeitswelt

Ingrid Brod­nig im Museum

Im Früh­jahr 2009 eröffnete die dama­lige Nation­al­rat­spräsi­dentin Bar­bara Pram­mer die Poli­tik­w­erk­statt DEMOS und damit einen der ersten außer­schulis­chen Ler­norte für Poli­tis­che Bil­dung in Öster­re­ich. Nun feiert die Poli­tik­w­erk­statt DEMOS sein 10-jähriges Beste­hen. Zu diesem Anlass wurde die Jour­nal­istin und Medi­enex­per­tin Ingrid Brod­nig ein­ge­laden, um mit über 250 Jugendlichen über Chan­cen und Gefahren dig­i­taler Medi­en zu diskutieren. 

Anlässlich des Jubiläums der Poli­tik­w­erk­statt DEMOS kon­nte Ingrid Brod­nig für eine Town-Hall-Debat­te mit Jugendlichen gewon­nen wer­den. In ihren Büch­ern „Lügen im Netz“ und „Hass im Netz“ zeigt sie auf, wie mit Fehlin­for­ma­tion im Inter­net gezielt manip­uliert wird und was User/innen gegen Het­ze und Lügen tun kön­nen. Mit den Jugendlichen disku­tierte sie vor allem über die Gefahren von bewusst erstell­ten „Fake News“ für demokratis­che Prozesse. Dabei wurde deut­lich, dass die Schüler/innen, die mit den gar nicht mehr so neuen Medi­en aufgewach­sen sind, ein bewussteres Ver­ständ­nis von deren Funk­tion­sweisen haben.

Dieses Wis­sens ist laut Brod­nig auch essen­tiell, wenn man ver­ste­hen will, warum soge­nan­nte „Fake News“ so erfol­gre­ich sind. Wie kann man nun aber gegen Falschin­for­ma­tion im Inter­net vorge­hen? Dies war auch die bren­nend­ste Frage im Rah­men der Debat­te. Brod­nigs Antwort ist vielschichtig: Zuallererst gilt es auf das Bauchge­fühl zu hören – löst eine Infor­ma­tion beson­ders starke Gefüh­le aus, sollte man skep­tisch wer­den und die Quelle hin­ter­fra­gen. Damit „Fake News“ nicht so erfol­gre­ich wer­den, sollte man sie – auch wenn man sich über diese ärg­ert – nicht teilen oder öffentlich kom­men­tieren. Brod­nigs Tipp falls jemand im Bekan­ntenkreis Falschmel­dun­gen teilt: Eine per­sön­liche Nachricht schreiben oder im gut gemein­ten direk­ten Gespräch darauf hinweisen.

Laut Brod­nig sind ins­beson­dere ältere Men­schen gefährdet, Quellen nicht kri­tisch zu hin­ter­fra­gen. Natür­lich darf auf die Poli­tik und die Inter­net­fir­men aus der Ver­ant­wor­tung ent­lassen wer­den – Brod­nig fordert spezial­isiertes Per­son­al, klare Regel, die von der Poli­tik und nicht von den Konz­er­nen vorgegeben wer­den und generell mehr Trans­parenz. 

 

Stand­bein Poli­tis­che Bildung 

Mehrere tausend Schü­lerin­nen und Schüler aus ganz Öster­re­ich haben im let­zten Jahrzehnt die Poli­tik­w­erk­statt DEMOS besucht. Die Grun­didee ist ein­fach erk­lärt:  Demokratie braucht Men­schen, die sich aktiv beteili­gen und an ihr arbeit­en. In der Poli­tik­w­erk­statt kann dies im Kleinen erprobt und erar­beit­et wer­den. Felix Fröschl, päd­a­gogis­ch­er Mitar­beit­er im Muse­um, fasst diesen Leitgedanken fol­gen­der­maßen zusam­men: „Max Frisch hat ein­mal gesagt, dass Demokratie bedeutet, sich in die eige­nen Angele­gen­heit­en einzu­mis­chen. Genau das wollen wir erre­ichen. Wir wollen den Men­schen Mut machen, sich einzu­mis­chen und aktiv an demokratis­chen Prozessen teilzunehmen.“ 

Schüler/innen diskutieren in der Politikwerkstatt

Schüler/innen in der Politikwerkstatt

Town-Hall-Debat­ten und Abendvorlesungen 

Neben dem Work­shop-Ange­bot wer­den immer wieder auch Vor­lesun­gen und Town-Hall-Debat­ten für Jugendliche und Erwach­sene ange­boten. Dabei wird gemein­sam mit namhaften Exper­tin­nen und Experten aus unter­schiedlichen Fachge­bi­eten und Prax­is­feldern auf Augen­höhe über den Zus­tand der Demokratie disku­tiert. Zu den bish­eri­gen Impuls­ge­bern zählten unter anderem: Oskar Negt, Ruth Klüger, Ari Rath, Karim El-Gawhary, Gudrun Har­rer, Erich Hackl, Maria Hof­stät­ter, Kon­rad-Paul Liess­mann, Anton Pelin­ka, Gün­ter Wall­raff, Har­ald Welz­er und Hart­mut Rosa.

 

Blick in die Zukunft

Die hohe Qual­ität der Arbeit in der „Poli­tik­w­erk­statt DEMOS“ spiegelt sich in den Pro­jek­ten mit Schulen in Steyr, den direk­te Rück­mel­dun­gen von Schü­lerin­nen und Schüler sowie das her­aus­ra­gende Stand­ing, das sie bei Exper­tin­nen und Experten der Poli­tis­chen Bil­dung in Öster­re­ich besitzt. Katrin Auer, die das Muse­um noch bis Jahre­sende leit­et, sagt dazu: „Die Poli­tik­w­erk­statt DEMOS ist ein Erfol­gspro­jekt und gehört zur einzi­gar­ti­gen Iden­tität des Muse­ums. So viel ste­ht fest: Sie wird auch par­al­lel zu Lan­deausstel­lung 2021 für Schü­lerin­nen und Schüler nutzbar sein.“