Josef Wink­ler – Laß dich heim­gei­gen, Vater, oder Den Tod ins Herz mir schreibe

Erst vor weni­gen Jah­ren hat Josef Wink­ler erfah­ren, dass sein Kärnt­ner Lands­mann Odilo Glo­boc­nik, der sich als Lei­ter der »Aktion Rein­hardt« mit den Wor­ten „Zwei Mil­lio­nen ham‘ ma erle­digt“ des Mas­sen­mords an den Juden gerühmt hatte, nach sei­nem Zyan­kali-Frei­tod im Mai 1945 auf einem Gemein­schafts­feld von Wink­lers Hei­mat­dorf Kame­ring ver­scharrt wurde, in den »Sau­trat­ten« – dort, wo Wink­lers Vater und Groß­va­ter ihr Getreide anbau­ten und ernteten.
In einem bösen Wort­ma­ra­thon exhu­miert der Autor das Ske­lett des SS-Mas­sen­mör­ders – und mit dem Ske­lett die Geschichte Kame­rings nach dem Krieg. Aus­gra­bung und die neu­er­li­che Visi­ta­tion des viel­leicht meist­be­schrie­be­nen Dorfs der deutsch­spra­chi­gen Gegen­warts­li­te­ra­tur erge­ben: Der Boden, auf dem Kame­ring steht, ist ver­gif­tet. Josef Wink­ler liest an die­sem Abend aus sei­nem neu­es­ten Werk Laß dich heim­gei­gen und den Fin­ger in die Wunde eines Jahr­zehnte wäh­ren­den kol­lek­ti­ven Ver­schwei­gens legen.
Beginn: 19 Uhr
Ein­tritt: VvK € 8 / AK € 10
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Frei­tag, 12. Okto­ber @ 19.00

19:00

– 20:30

(1h 30′)