Wir pfei­fen auf den Gur­ken­kö­nig | Kin­der- und Jugendtheater

Eines Tages taucht bei der Fami­lie Hogel­mann ein selt­sa­mer Gur­ken­kö­nig auf. Seine Unter­ta­nen haben ihn abge­setzt. Sie wol­len kei­nen Des­po­ten, der nur an das eigene Wohl­erge­hen denkt. Nun ver­sucht er, seine Macht­in­ter­es­sen in der Fami­lie Hogel­mann durch­zu­set­zen. Er mani­pu­liert den Vater und spielt die Fami­li­en­mit­glie­der skru­pel­los gegen­ein­an­der aus, bis die Kin­der die Sache in die Hand nehmen.
Die Hand­lung
Der Gur­ken­kö­nig sucht bei der Fami­lie Hogel­mann Unter­schlupf, weil ihn seine Unter­ta­nen, die „Kumi-Oris“, aus­ge­setzt haben. Er steht für eine mon­ar­chis­tisch, klar hier­ar­chisch, struk­tu­rierte Welt, die er nun ver­sucht, in der Fami­lie Hogel­mann durch­zu­set­zen. Dabei stößt er durch­aus auf Wider­stand. Doch schafft er es fast, die Fami­lie zu spal­ten, indem er den Vater, mit einem in Aus­sicht gestell­ten Schatz, mani­pu­liert und skru­pel­los, um seine eigene Posi­tion zu stär­ken, die Fami­li­en­mit­glie­der gegen­ein­an­der ausspielt.
Es sind die Kin­der der Hogel­manns, die los­zie­hen, um ihre eige­nen Ant­wor­ten zu fin­den. Sie besu­chen die ehe­ma­li­gen Unter­ta­nen des Gur­ken­kö­nigs, die im Kel­ler des Ein­fa­mi­li­en­hau­ses der Hogel­manns leben, und ent­de­cken eine ganz andere Welt, als die vom Gur­ken­kö­nig beschrie­bene. Wäh­rend der Gur­ken­kö­nig kein indi­vi­du­el­les Aus­sche­ren aus der Norm dul­det und Gehor­sam und damit ein Unter­ord­nen unter seine Werte ein­for­dert, hat die 15jährige Toch­ter der Hogel­manns, Mus­tafa zum Freund, Sohn einer Fami­lie mit tür­ki­schem Migra­ti­ons­hin­ter­grund, die in drit­ter Genera­tion in Öster­reich sehr erfolg­reich inte­griert lebt. Die Bezie­hung der bei­den, und Mus­tafa selbst, sehen sich immer wie­der mit Cli­chés konfrontiert.
Das Uni­ver­sum der klei­nen Fami­lie spie­gelt alle mög­li­chen gesell­schaft­li­chen Wert­hal­tun­gen, die somit im Mikro­kos­mos Fami­lie wir­ken und in Form von Lebens­for­men, Welt­an­schau­ung und Posi­tio­nie­rung, kon­kret den All­tag bestim­men. Vater Hogel­mann gerät zuse­hends in einen Gewis­sens­kon­flikt. Er muss sich schluss­end­lich zwi­schen pri­va­ter Berei­che­rung und huma­ni­tä­ren Wer­ten entscheiden.
Hin­ter­grund des Stücks 
„Wir pfei­fen auf den Gur­ken­kö­nig“ ist ein phan­tas­ti­scher Kin­der­ro­man aus dem Jahr 1972. Die öster­rei­chi­sche Autorin Chris­tine Nöst­lin­ger gewann 1973 für die­ses Buch den Deut­schen Jugendliteraturpreis.
Vor­stel­lun­gen:
Diens­tag, 3. Juli 2018
9.30 Uhr
Dauer der Vor­stel­lung: ca. 50 Minuten
Ticket: EUR 7,- / Schüler/in
Ticket­re­ser­vie­rung: anmeldung@nullmuseum-steyr.at oder 07252/77351–0
Zur Autorin
Chris­tine Nöst­lin­ger schreibt vor allem Kin­der- und Jugend­bü­cher, ist aber auch für Fern­se­hen, Radio und Zeit­schrif­ten tätig. In ihren sozi­al­kri­ti­schen Büchern, befasst sie sich kind­ge­recht mit der Pro­ble­ma­tik von Eman­zi­pa­tion und Auto­ri­tät. Sie schafft es, diese Tabu­the­men in einer kind­ge­rech­ten Aus­drucks­weise zu ver­mit­teln. Im Jahre 1970 erscheint ihr ers­tes Kin­der­buch „Die feu­er­rote Frie­de­rike“. Die­ses Buch gilt genauso wir ihr Erfolgs­ro­man „Wir pfei­fen auf den Gur­ken­kö­nig“ als Werke, die eine neue Ära in der Kin­der – und Jugend­li­te­ra­tur ein­läu­ten, denn beide Bücher ste­hen im Kon­text mit der anti­au­to­ri­tä­ren Erzie­hung von 1968. Für ihr 1972 erschie­ne­nes Werk „Wir pfei­fen auf den Gur­ken­kö­nig“, wurde sie mehr­fach mit Lite­ra­tur­prei­sen aus­ge­zeich­net, u.a. mit dem Deut­schen Jugend­buch­preis sowie mit dem Hans-Chris­tian-Ander­sen-Preis für ihr Gesamtwerk.

 

  • Pro­duk­tion: Ver­ein denk:spiel und AK Kultur
  • Regie: Doro­thee Carls, Annika Pilstl
  • Spiel: Man­fredi Sira­gusa, Andra Tag­lin­ger, Gerti Tröbinger
  • Aus­stat­tung: Gerti Tröbinger
  • Musik: Wolf­gang Weißengruber
  • Pro­jekt­lei­tung: Man­fred Fors­ter, Gerti Troebinger

Diens­tag, 3. Juli @ 9.30

09:30

– 10:30

(1h)