ERICH HACKL LIEST IN SEINER HEIMATSTADT AUSAM SEIL“ 
In sei­nem neu­es­ten Werk „Am Seil“ beschreibt Erich Hackl, wie es dazu kam, dass der stille, wort­karge Kunst­hand­wer­ker Rein­hold Duschka in der Zeit des Nazi­ter­rors in Wien das Leben von Regina Stei­nig und ihrer Toch­ter Lucia ret­tete. Am Frei­tag, dem 19. Okto­ber, wird er um 19 Uhr im Museum Arbeits­welt dar­aus lesen. 

Diese Erzäh­lung gäbe es nicht ohne das Ver­spre­chen, das Lucia Heil­man sich selbst gege­ben hat: den pas­sio­nier­ten Berg­stei­ger Rein­hold Duschka (1900–1993) zu wür­di­gen, der sie und ihre Mut­ter vor der Depor­ta­tion in ein nazi­deut­sches Ver­nich­tungs­la­ger bewahrt hat.

Hackl setzt lite­ra­ri­sches Denk­mal für Duschka
Bis heute ist es kaum vor­stell­bar, wie es Rein­hold Duschka gelang, die Jüdin Regina Stei­nig und ihre Toch­ter Lucia vier Jahre lang in sei­ner Werk­statt zu ver­ste­cken. Wie sie zu dritt, an ein unsicht­ba­res Seil gebun­den, mit Glück und dank gegen­sei­ti­gem Ver­trauen über­leb­ten. Auf Lucias Erin­ne­run­gen gestützt, spannt Erich Hackl einen wei­ten Bogen von einer Zeit, „in der Män­ner noch beste Freunde und Frauen beste Freun­din­nen hat­ten“, über die dra­ma­ti­schen, zugleich ein­tö­ni­gen Jahre im Ver­steck bis in die unmit­tel­bare Gegenwart.
Es ent­stand ein wun­der­ba­res Por­trät eines schweig­sa­men Hel­den, der in fins­ters­ter Zeit Herz und Zivil­cou­rage zeigt, der in der Kata­stro­phe noch mensch­lich bleibt. In Hackls genauer, vor Lei­den­schaft leuch­ten­der Spra­che wer­den nicht nur Ret­ter und Geret­tete leben­dig – sie zwingt auch, die Aktua­li­tät die­ser Geschichte zur Kennt­nis zu neh­men in einem Europa, in dem mehr denn je Empa­thie und Zivil­cou­rage gefragt ist.
Im Rah­men der „Lite­ra­tur­fa­brik“, einem For­mat, dass das Museum Arbeits­welt in Koope­ra­tion mit der Buch­hand­lung Enns­tha­ler gestal­tet, kommt der viel­fach aus­ge­zeich­nete Stey­rer Aus­nah­me­li­te­rat wie­der in seine Heimatstadt.
Erich Hackl, gebo­ren in Steyr, lebt als freier Schrift­stel­ler, Publi­zist und Über­set­zer in Madrid und Wien. Sei­nen Erzäh­lun­gen, die in 25 Spra­chen über­setzt wur­den, lie­gen authen­ti­sche Fälle zu Grunde. Bücher wie „Auro­ras Anlass“ und „Abschied von Sido­nie“ gel­ten als Klas­si­ker der Gegen­warts­li­te­ra­tur. Hackl wurde für sein Schaf­fen mit zahl­rei­chen natio­na­len und inter­na­tio­na­len Prei­sen ausgezeichnet.
Mit­ver­an­stal­ter: Buch­hand­lung Ver­lag Ennsthaler
Unter­stüt­zer: GRS – Gstött­ner Ratz­in­ger Stell­n­ber­ger Wirt­schafts­prü­fung Steuerberatung
Ein­tritt: VvK € 8 / AK € 10
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Vor­ver­kauf fin­det wäh­rend den Öff­nungs­zei­ten des Muse­ums statt.
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