Der Öster­rei­chi­sche Muse­ums­bund erin­nert in sei­ner Pres­se­mit­tei­lung an die Situa­tion vie­ler Kulturvermittler/innen in öster­rei­chi­schen Museen –  die gerade in die­sen Zei­ten pre­kär ist. Wir kön­nen uns die­sem Kom­men­tar nur anschlie­ßen und ver­öf­fent­li­chen ihn des­halb hier auf unse­rer Website:


Krise als Chance für geklärte Arbeits­ver­hält­nisse im Museumsbereich

Die auf­grund der Sicher­heits­vor­keh­run­gen vor­ge­nom­me­nen Muse­ums­schlie­ßun­gen zei­gen ein­mal mehr, wie sinn­voll und wich­tig ein Kol­lek­tiv­ver­trag für Museumsmitarbeiter/innen ist!

Die öster­rei­chi­schen Museen sind wich­tige Arbeit­ge­ber. Hoch­ge­rech­net rund 6.500 Mitarbeiter/innen sind in die­sen tätig, in diver­sen und viel­fach auch pre­kä­ren Beschäftigungsverhältnissen.

Eine der essen­zi­el­len Säu­len der Muse­ums­ar­beit ist die Kul­tur­ver­mitt­lung – sie steht gleich­be­rech­tigt neben der Samm­lungs- und Aus­stel­lungs­tä­tig­keit. Aller­dings sieht die Rea­li­tät in den Muse­ums­or­ga­ni­sa­tio­nen häu­fig anders aus. San­dra Malez, Obfrau des Öster­rei­chi­schen Ver­bands der Kul­tur­ver­mitt­le­rIn­nen im Muse­ums- und Aus­stel­lungs­we­sen, zieht hierzu Bilanz: Es muss jetzt Schluss mit Pre­ka­ria­ten in der Kul­tur­ver­mitt­lung sein! In der Orga­ni­sa­tion von öster­rei­chi­schen Museen nimmt die Kul­tur­ver­mitt­lung bis heute eine nega­tive Son­der­stel­lung ein: Im Gegen­satz zu ande­ren Fach­dis­zi­pli­nen arbei­ten Kulturvermittler/innen oft­mals unter pre­kä­ren Arbeits­be­din­gun­gen, mit schwan­ken­dem Ein­kom­men, ohne Recht auf Kran­ken­stand oder Karenz, in situa­ti­ons­elas­ti­schen Dienst- und Arbeits­ver­trä­gen oder auf Projektbasis.

Gerade eine Situa­tion wie diese zeigt, wie wich­tig und sinn­voll faire Anstel­lungs­ver­hält­nisse für alle Muse­ums­mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter sind, denn die Berufs­gruppe der Ver­mitt­le­rin­nen und Ver­mitt­ler – in Kunst‑, Natur- und Tech­nik­mu­seen ebenso wie in (kultur-)historischen Museen – steht in vie­len Fäl­len bis zur Wie­der­auf­nahme des Nor­mal­be­trie­bes auf­grund pre­kä­rer oder nicht vor­han­de­ner Anstel­lung ohne jeg­li­ches Ein­kom­men und damit ohne jeg­li­che Sicher­heit da.

Am herr­schen­den Muse­ums­ka­pi­ta­lis­mus (mehr Aus­stel­lun­gen, mehr Besucher/innen, mehr Ver­an­stal­tun­gen, …) ist die Com­mu­nity grund­le­gend mit­schul­dig, in dem viele Museen bei gleich­blei­ben­den, wenn nicht sogar sin­ken­den Per­so­nal­kos­ten, wei­ter­hin daran inter­es­siert sind, den Out­put auf allen Kanä­len ste­tig zu steigern.

#fair­pay hat sich die der­zei­tige Bun­des­re­gie­rung auf die Fah­nen geschrie­ben – die momen­tane Krise sollte als Chance gese­hen wer­den, end­lich geklärte Arbeits­ver­hält­nisse in den öster­rei­chi­schen Museen anzu­stre­ben: Ein Kol­lek­tiv­ver­trag, in dem für alle Berufs­grup­pen im Museum ordent­li­che Ange­stell­ten­ver­hält­nisse vor­ge­se­hen sind, würde die viel­fach herr­schende Ungleich­heit besei­ti­gen hel­fen“, sagt Wolf­gang Muchitsch, Prä­si­dent des Muse­ums­bunds Öster­reich, „der öffent­li­chen Hand sollte daran gele­gen sein, den Wert der Kul­tur­ar­beit auch ent­spre­chend zu hono­rie­ren. Den Museen wie­derum sollte daran gele­gen sein, Gleich­heit der Arbeits­ver­hält­nisse her­zu­stel­len.