Neue Forschungsergeb­nisse

Das Schicksal von Kindern von Zwangsarbeiter*innen

Im Rah­men eines Pro­jek­tes mit dem Lern- und Gedenko­rt Schloss Hartheim forscht Mar­tin Hag­mayr, Mitar­beit­er des Muse­um Arbeitswelt und Mit­glied im Mau­thausen Komi­tee Steyr, zu den Kindern der Zwangsarbeiter*innen aus Steyr. Unter­stützt durch die Steyr­er Stadtarchivarin Doris Hör­mann, kon­nte nun der Nach­weis eines „fremd­völkischen Kinder­heims“ in Steyr erbracht werden. 

Im Zweit­en Weltkrieg wur­den Tausende Zwangsarbeiter*innen, vor allem aus der Sow­je­tu­nion und Polen, als Arbeit­skräfte in den dama­li­gen Gau Ober­donau ver­schleppt. Viele von ihnen waren junge Frauen, die im Laufe des Zweit­en Weltkriegs schwanger wur­den. Vielfach wur­den die Kinder ihren Müt­tern abgenom­men und in soge­nan­nten „fremd­völkischen Kinder­heimen“ unterge­bracht. 2017 formierte sich am Lern- und Gedenko­rt Schloss Hartheim eine Pro­jek­t­gruppe mit dem Ziel mehr über diese „fremd­völkischen Kinder­heime“ in Oberöster­re­ich zu erfahren, von denen damals zwölf bekan­nt waren. 

Neue Erken­nt­nisse
In diesem Jahr gelang es Mar­tin Hag­mayr, unter­stützt durch Doris Hör­mann, nachzuweisen, dass solch ein „Kinder­heim“ von Juli 1944 bis Mai 1945 in Steyr-Münich­holz existierte. Die Ergeb­nisse der Forschung wer­den im kom­menden Jahr in ein­er Pub­lika­tion erscheinen. „Wir ken­nen inzwis­chen die Namen von 9 Mitar­bei­t­erin­nen. Lei­der haben wir in den Unter­la­gen auch die Namen von 11 Kindern gefun­den, die das Kinder­heim nicht über­lebt haben.“ so Mar­tin Hagmayr. 

Hin­weise gesucht
Mit dem erbracht­en Nach­weis ergeben sich nun weit­ere Forschungs­fra­gen: Wie viele Kinder waren ins­ge­samt im Kinder­heim? Was ist mit den über­leben­den Kindern passiert? Wo liegen die ver­stor­be­nen Kinder begraben? Gibt es his­torische Fotografien und Doku­mente über die Baracke, in der sich das Kinder­heim in Münich­holz befand? „Wir sind über jede Infor­ma­tion dankbar, die uns hil­ft, etwas mehr Licht in diese dun­kle und bis dato uner­forschte Geschichte zu brin­gen.“, hofft Mar­tin Hag­mayr auf Hin­weise durch die Bevölkerung.

 

Sollte jemand Infor­ma­tio­nen haben, so kann er sich unter martin.hagmayr@nullmuseum-steyr.at an das Forschung­steam wenden. 

Klimafest 2021 (c) Daniel Reichstaler / extrawelten image|film|production)