KULTURVERMITTLUNG FÜR MENSCHEN MIT DEMENZ

Ein ganz per­sön­li­cher Projektbericht

Gemein­sam mit dem Tages­zen­trum Licht­blick der Volks­hilfe haben wir vor eini­gen Wochen ein beson­de­res Pro­jekt zum Leben erweckt: Im Rah­men einer spe­zi­ell auf Men­schen mit Demenz aus­ge­rich­te­ten Füh­rung haben wir unsere Aus­stel­lung ARBEIT IST UNSICHTBAR gemein­sam ent­deckt und per­sön­li­che Lebens­er­fah­run­gen mit den Teilnehmer/innen besprochen.

Die Vor­ge­schichte
Manch­mal ist die Zeit für ein Pro­jekt reif, wenn meh­rere Per­so­nen die selbe Idee haben. Schon seit Mona­ten schwirrte in unse­ren Köp­fen eine Pro­jekt­idee: „Wir wol­len unsere bar­rie­re­freie Aus­stel­lung auch für Men­schen mit Demenz öff­nen.“ In die­ser Phase hat­ten wir das Glück, dass Doris Reit­mayr, Lei­te­rin des Tages­zen­trum „Licht­blick“, an uns her­an­trat, um eine ganz ähn­li­che Idee vor­zu­schla­gen. Mut zur Durch­füh­rung gewan­nen wir schluss­end­lich auch durch das NOI-Pro­jekt „Demenz­or­ches­ter“, das in etwa zeit­gleich inno­va­tive Ansätze für Men­schen mit Demenz und ihre Ange­hö­ri­gen entwickelte.

Was haben wir gemacht
Nach eini­gen Vor­be­spre­chun­gen mit den Mitarbeiter/innen und einem kur­zen Ken­nen­ler­nen der Teilnehmer/innen im Tages­zen­trum, durf­ten wie die Gruppe am 25. April im Museum Arbeits­welt begrü­ßen.
Im Mit­tel­punkt unse­res Muse­ums­rund­gan­ges stand an die­sem Tag nicht die Wis­sens­ver­mitt­lung. Ziel war es viel­mehr, die indi­vi­du­el­len Erfah­run­gen und Erleb­nisse der Teilnehmer/innen zu akti­vie­ren und in das Pro­gramm ein­zu­bin­den. Wir haben daher unter­schied­li­che Mate­ria­lien der Sin­nes­wahr­neh­mung vor­be­rei­tet, die den Besucher/innen Impulse gaben und Brü­cken in die eigene Ver­gan­gen­heit legen soll­ten. Hier­bei stan­den vor allem das per­sön­li­che Ken­nen­ler­nen der Men­schen und das Erzäh­len­las­sen aus der indi­vi­du­el­len Ver­gan­gen­heit im Vor­der­grund.
Aus­ge­rüs­tet mit Riech­do­sen, unter­schied­li­chen Tast­ob­jek­ten, Werk­zeu­gen und his­to­ri­schen Foto­gra­fien konn­ten wir zen­trale Sta­tio­nen der Aus­stel­lung gemein­sam bespre­chen. Jedes die­ser Objekte, wie etwa das his­to­ri­sche Schul­zeug­nis, oder Aus­stel­lungs­stü­cke wie das Waf­fen­rad inten­si­vierte die Dis­kus­sion und brachte neue Erin­ne­run­gen, ins­be­son­dere an die Erfah­run­gen aus der eige­nen Arbeits­welt, her­vor. Natür­lich durfte auch eine gemein­same Stär­kung bei Kaf­fee und Kuchen nicht fehlen.

Ein Resü­mee
Für uns war die­ses Pro­jekt ein span­nen­des Expe­ri­ment. Es war die erste Füh­rung, die wir in die­ser Art hat­ten. Auch wenn wir durch das EU-Pro­jekt COME-IN! bereits viel Neues ler­nen konn­ten und Kom­pe­ten­zen in die­sem Bereich erwei­tern durf­ten, war die Umset­zung die­ses Tages etwas ganz beson­de­res für uns. Es war bemer­kens­wert, mit wel­cher Ener­gie die Teilnehmer/innen an der Füh­rung teil­ge­nom­men haben und wie viele Erin­ne­run­gen sie schluss­end­lich mit uns teil­ten. Ein Aus­stel­lungs­rund­gag wie die­ser benö­tigt eini­ges an Vor­ar­beit, doch Erfah­run­gen wie diese sind auch eine wesent­li­che Moti­va­tion dies zu machen und wir hof­fen wir bekom­men die Mög­lich­keit sol­che Füh­run­gen für Men­schen mit Demenz noch öfters zu gestalten.

Down­load: Pres­se­mit­tei­lung der Volks­hilfe