News aus der Ver­mitt­lung: Neue Ideen für die Politikwerkstatt

2019 wurde nach zehn Jah­ren Poli­tik­werk­statt beschlos­sen, eine inhalt­li­che und räum­li­che Neu­ge­stal­tung anzu­stre­ben. Gute Poli­ti­sche Bil­dung knüpft an Erfah­run­gen aus dem All­tag der Ler­nen­den an und ist damit immer lebens­welt­ori­en­tiert. Da die Zeit nicht still hält, braucht es einen grö­ße­ren Schritt für die Poli­tik­werk­statt, um auch das zweite Jahr­zehnt so posi­tiv beschrei­ten zu können.

In den letz­ten Mona­ten arbei­te­ten wir des­halb inten­siv an der neuen Poli­tik­werk­statt für unser Haus. Wir haben viel wis­sen­schaft­li­che Lite­ra­tur gele­sen, recher­chiert und Mei­nun­gen von Expert*innen, wie Lehrer*innen, Schüler*innen oder Politikdidaktiker*innen ein­ge­holt. Das Resul­tat wird eine Poli­tik­werk­statt sein, die bewährte Grund­sätze und Kon­zepte bei­be­hält und mit neuen Zugän­gen und Ideen die Poli­ti­sche Bil­dung im Museum Arbeits­welt am Puls der Zeit hält.

Ein neuer Ort für die Politikwerkstatt 

Die Poli­tik­werk­statt zieht um. Um noch offe­ner und enger ver­bun­den mit dem Museum zu sein, zieht die Poli­tik­werk­statt an die West­seite des Muse­ums, in einen hel­len Raum mit gro­ßem Fens­ter. In der Gestal­tung war es uns ein Anlie­gen, dass der Raum selbst eine Aus­sage trägt und mit den Inhal­ten der Ange­bote kor­re­spon­diert. Außer­dem woll­ten wir Ele­mente einer Werk­statt noch stär­ker als bis­her ein­bauen. Eine Werk­statt ist ein Ort, wo man aktiv etwas bear­bei­tet und gestal­tet, der sowohl Spiel­raum als auch Lern­raum sein kann. Die­ses Nar­ra­tiv passt genau zu unse­rem Ver­ständ­nis von Demo­kra­tie, als einem unfer­ti­gen Pro­zess und auch zu unse­rem Zugang zu Poli­ti­scher Bil­dung. Gleich­zei­tig musste der Raum mög­lichst fle­xi­bel, ein­zig­ar­tig und außer­ge­wöhn­lich blei­ben und zum Mit­ma­chen und Ent­de­cken auch für regu­läre Museumsbesucher*innen ein­la­den. Kurz gesagt, durch und durch einen „Wow-Effekt“ bringen.

Hier ein paar Ein­bli­cke in die Modelle:

Grund­sätz­li­ches trans­pa­rent machen

Inhalt­lich arbei­ten wir an einem neuen Basis­kon­zept. Es wird auf unse­rer Home­page down­load­bar sein und unsere Arbeit trans­pa­rent machen. Wir beschrei­ben darin unsere Grund­sätze und Ansich­ten was Demo­kra­tie für uns eigent­lich ist, wie man „Demo­kra­tie ler­nen“ kann und warum eine Poli­tik­werk­statt gerade im Museum Arbeits­welt Steyr so viel Sinn macht. Wir blei­ben der Über­zeu­gung treu, dass Demo­kra­tie nichts Selbst­ver­ständ­li­ches ist. Sie muss bewahrt, gelebt, gestal­tet und nöti­gen­falls auch ver­tei­digt wer­den. Wir beru­fen uns darin noch stär­ker auf die Wur­zeln der Poli­ti­schen Bil­dung, die in der Auf­klä­rung lie­gen und Kon­zepte wie Mün­dig­keit und prin­zi­pi­en­ori­en­tier­tes Han­deln mit sich bringen.

 

Ein neues Workshopangebot

Star­ten wird die Ver­mitt­lungs­ar­beit in der neuen Poli­tik­werk­statt mit einem „Best of Ange­bot“ aus vor­an­ge­gan­ge­nen Jah­ren und mit „Anlei­tung zur Abschaf­fung der Demo­kra­tie“ gibt es auch einen neuen Impuls. Alle Work­shops wur­den inhalt­lich über­ar­bei­tet und auch hier ist der Mix aus Bewähr­tem und Aktua­li­sier­tem der beschrit­tene Weg. Auf jeden Fall nut­zen wir die Mög­lich­kei­ten, die uns der neue Raum bie­tet und set­zen häu­fi­ger auf zeit­ge­mäße und digi­tale Arbeits­wei­sen. Natür­lich nur da, wo es passt. Das per­sön­li­che Gespräch, das Füh­len und Erle­ben ist nach wie vor unum­stöß­lich. Die Ideen für neue Work­shops und The­men spru­deln bei uns. Suk­zes­sive wird daher das fixe Ange­bot erwei­tert und jedes Jahr im Herbst kommt ein neuer Work­shop hinzu. Die­ser wird dann für ein Jahr buch­bar sein und den Work­shop aus dem vor­an­ge­gan­ge­nen Jahr ablö­sen. Fle­xi­bel kann dadurch auf aktu­elle gesell­schaft­li­che The­men der Fokus gelegt werden.

Mit Eröff­nung der Lan­des­aus­stel­lung kann der Raum „live“ besich­tigt wer­den und Work­shops am neuen Ort gebucht wer­den, sofern es die Covid-19-Bestim­mun­gen zulassen.